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01Wirtschaft

Erst unsere Jobs, dann eure Profite: DGB am 1. Mai in Baden-Württemberg

Am 1. Mai 2023 fanden in Baden-Württemberg zahlreiche DGB-Veranstaltungen statt, die unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" stehen. Die Teilnehmenden forderten eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und stärkeren Arbeitnehmer*innen-Schutz.

Es war ein sonniger Tag in Karlsruhe, als ich die ersten Redner auf der Bühne sah. 1. Mai, der Tag der Arbeit, und die Atmosphäre war zugleich festlich und kämpferisch. Menschen aus allen sozialen Schichten versammelten sich, um gemeinsam für die Rechte der Arbeitnehmer*innen einzutreten. Überall waren Transparente zu sehen – "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" stand in großen, roten Buchstaben auf einem der größten Plakate. Es war mehr als nur ein Slogan. Es war ein Aufruf, der durch die Reihen der Teilnehmenden hallte.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte in ganz Baden-Württemberg zur Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen aufgerufen, und die Resonanz war überwältigend. In Städten wie Stuttgart, Mannheim und Freiburg kamen Tausende zusammen, um ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit zu setzen. Man könnte denken, dass solche Proteste in einer Zeit, in der die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt, obsolet sind. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Die Menschen haben genug von der Kluft zwischen den Profiten großer Unternehmen und den immer schmaler werdenden Löhnen, die viele Arbeitnehmer*innen für ihre harte Arbeit erhalten. In Gesprächen mit anderen Teilnehmenden fiel mir auf, wie leidenschaftlich sie von ihren Arbeitsbedingungen sprachen. Viele berichteten von Überstunden, unzureichender Bezahlung und der ständigen Angst, ihren Job zu verlieren. "Es geht nicht nur um Löhne, es geht um Würde“, hörte ich jemanden sagen. Und das brachte mich zum Nachdenken.

Die Forderung nach einer gerechteren Verteilung von Ressourcen zog sich wie ein roter Faden durch die Reden der Gewerkschaftsvertreterinnen. Die Botschaft war klar: Arbeitnehmerinnen sind das Rückgrat der Wirtschaft, und es ist an der Zeit, dass sie für ihre Beiträge auch angemessen entschädigt werden. In einem Land wie Deutschland, das sich rühmt, eine starke Wirtschaft zu haben, kann es nicht sein, dass diejenigen, die sie am Laufen halten, am Ende des Einkommensspektrums stehen.

Aber was bringt all das Protestieren? Viele von uns erleben es als Frustration, wenn man sieht, dass sich an der politischen Landschaft so wenig ändert. Und doch gibt es Hoffnung. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen zeigt, dass nicht alle resigniert sind. Es gibt eine neue Generation von Arbeitnehmer*innen, die bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen.

Ich sah junge Menschen mit Plakaten, die für faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Mitbestimmung eintraten. Sie kamen aus verschiedenen Branchen – vom Einzelhandel bis zur Industrie – und waren vereint in ihrem Streben nach Veränderung. Man könnte sagen, dass sie die Stimme einer neuen Bewegung sind, die sich nicht mehr mit leeren Versprechungen zufriedengeben will.

Es gab auch praktische Forderungen, die an diesem Tag laut wurden. Viele Teilnehmende forderten, dass die Politik endlich Maßnahmen ergreift, um prekäre Arbeitsverhältnisse zu beenden und Arbeitsplätze zu schaffen, die nicht nur existenzsichernd, sondern auch zukunftsfähig sind. Dies bedeutete nicht zuletzt, dass auch Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in den Vordergrund gerückt wurden. Die Zukunft der Arbeit wird digital sein, und es liegt an uns, sicherzustellen, dass die Menschen dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Natürlich kann man sich fragen, ob solche Veranstaltungen wirklich etwas bewirken. Ich erinnere mich an einen Redner, der meinte, dass der 1. Mai nicht nur ein einmaliges Event sei, sondern ein ständig wiederkehrender Aufruf, der uns daran erinnert, dass der Kampf um die Rechte der Arbeitnehmer*innen nie endet. Ob in der Freizeit oder im Beruf – der Kampf um Anerkennung und gerechte Löhne ist allgegenwärtig.

Am Ende des Tages war ich erschöpft, aber auch inspiriert. Es war eine Erinnerung daran, dass wir gemeinsam stark sind und dass es wichtig ist, seine Stimme zu erheben. Egal, wie klein der eigene Beitrag erscheinen mag, er zählt. Wir alle haben die Verantwortung, die Arbeitswelt von morgen aktiv mitzugestalten.

Der 1. Mai sollte uns nicht nur zum Feiern anregen, sondern auch zum Nachdenken. Wie können wir uns gemeinsam für gerechtere Bedingungen einsetzen? Der Ruf "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" ist nicht nur ein Slogan – es ist ein Versprechen, das wir uns selbst geben sollten. Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern lassen wir uns antreiben, für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

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